Gefangenschaft

Sie geht das letzte Mal hinein. Betritt die Bühne der Selbstgeißelung und Verleugnung. Sie geht mit entschlossenen Schritten ins Dunkel. Und legt sich zu ihm, ins kalte Bett. Es ist groß und einsam. Erzählt von längst vergangenem, jetzt da es bitterkalt erloschen anmutet. Fast traurig, fahl erscheint das Weiß des Lakens. Dennoch geht sie hinein, in die Kälte dieser Nacht.

Eine Nacht ohne Sterne.

Sie mutet ihre Wärme zu, noch ein letztes Mal. Dann Sie tritt heran, an den fast leblosen Körper, der Behausung einer verlorenen Seele bleibt. Er windet sich im Halbschlaf hin und her.

Seine steinerne Hülle beginnt zu bröckeln, sein Schreien niemals aufhören. Das weiß sie. So oft hat sie geflüstert „Bleibe bei mir, bis die Sonne kommt!“

Wie oft vernahm sie den Wunsch, ihn zu umhüllen mit allem was ein Menschenwesen braucht.

Doch er wich zurück, im die hinterste Ecke seines Kerkers. Nahm sich gierig das Beste von ihr, versuchte sich zu laben an ihrer Seele. Streckte sie die Hand nach Liebe aus, zerschellte sie an seiner Brust. Immer und immer wieder bäumte sie sich auf, heranzukriechen in das kalte Verließ. Den Weg und die Klippen zu überbrücken, um nur einmal das Glück in seinen Augen zu sehen. Diese Augen. So tief und unergründlich wie das Meer. So traurig und fahl blicken sie an die dunkle Decke.

Sie legt sich hernieder und streicht ihm durch das Haar. Er wirkt warm, fast so, als sei er lebendig. Fast so, als hätte er einmal, gelebt.

Sie wird ihn nicht abhalten können von seinen Plänen. Aber sie wird Abschied nehmen, von diesem einen Menschenwesen. Was ins Dunkel gegangen ist, um dort auszuharren und zu warten. Auf den Tod.

Sie dreht sich um, küsst ihn auf die kalte Stirn und verletzt sich tief. Sie ist so rau und kantig.

„Ich werde nun gehen, mein Liebster!“ haucht sie ihm zu.

Sie wird ihn zurücklassen, sich seinen Schatten überlassen, die er so liebt.

Und hinausgehen.

Aus der dunklen Seele, die „Sein Gefängnis“ heißt.

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Wunschzettel

Liebes Christkind, lieber Gott, Buddha, Shiva oder wie sie alle heißen.

Ich wünsche mir nicht viel dieses Jahr.

Nichts Großes und auch nichts, was viel Aufwand bedarf.

Keine Geschenke, oder ein Leben in Saus und Braus.

Keinen teuren Schmuck, oder was weiß ich.

 

Nur eine kleine Kleinigkeit.

Wünsche ich mir.

Ich wünsche mir meinen Mann zurück.

 

 

 

 

 

#depressionisteinarschloch

In mir hallt der Tag so nach

In mir hallt der Tag so nach.
Und trotz all des Flehens und des Bittens,
Ob des Weinens und all der Tränen.
Im Traum ist alles fort.

Der Abend legt nun seine gnädig sanfte Decke,
Über des Landes Wipfel.
Verstummt schließlich und ist vorbei.
Was wird wohl am Morgen sein?

Müde schließe ich meine Augen.
Müde ist auch mein schweres Herz.
Trotz des Weinens und des Sehnens
Hat es sein Lachen nicht vergessen.

Und so sag ich nun ‚Gute Nacht, du Welt‘.
Und in mir klingt der Tag so nach.
Klingt ganz laut und wird ganz leise.
Und hoffe mein Herz ist etwas weiser.

Das Leben wird nicht vergebens sein.

Das Dennoch der Liebe

Ich habe unsere Bilder zerrissen.
Ich konnte sie nicht mehr sehen.
Ich zerriss sie und wollte uns sterben lassen.
Ich habe mir gewünscht das alles hat ein Ende.
Und dachte, wenn ich einfach gehe, sind wir Geschichte.
Ich dachte, wenn ich wütend bin über alles und dich wegwünsche,
Wenn ich nur weit genug laufe,
Kilometer und Schweigen zwischen uns bringe.
Dann bist du in mir nicht mehr.

Ich dachte dann sei alles vorbei.
Wenn ich meinen Ring ablege.
Diesen schönen, mit dem kleinen Brillanten drauf,
Wenn ich ihn zu den zerrissenen Bildern lege.
Dann ist es vorbei.

Und nun stehst du so da.
Nach all der Zeit.
Und einen Scheiß weiß ich über uns.
Über dich, über mich über das Leben.
Oder über Liebe.
Ich bin ein erbärmlichen Anfänger.
Denn das Leben und die Liebe trichtern mir ihre Lektionen ein.
Ob ich nun will oder nicht.
Ob das Karma ist?
Ich weiß es nicht.
Karma is a bitch.
Aber ne Gute.
Ich glaube auch das stimmt.
Karma ist ne Gute.

Und nun sehen wir uns an.
Und reden ganz normal.
So wie immer.
Komisch, nicht wahr?
Dieses ganze Gerede von Herz und Verstand,
Ob das Herz nun Recht hat oder eben doch nicht,
kennt ihr das?
Dieses Gefasel von dem Richtigen und dem Falschen.
Von der Liebe versus der Ration.
Das ist Unsinn.
Das ist was für Weicheier.

Da!
Bämm!
Voll auf die Zwölf!
Karma tritt ungebetenerweise die Tür ein.
Galant wie immer. Kennt man ja.
Und die Botschaft lautet nicht weniger unbequem:

Es gibt etwas, das kann weder Herz noch Verstand erklären.
Da ist einfach Ende im Gelände mit Herz über Kopf und so.
Ich dachte ja auch, so voller Zorn und Ego,
Dass das alles vorbei sei.
Mit uns.
Das ich das so bestimmen kann.
Fotos weg, Ring weg, ausgezogen und fertig.
Aus die Maus.
Ne. Das läuft anders.
Das weiß ich jetzt.
Liebe bleibt nämlich, wenn sie da ist.
Da ist egal wie verirrte Menschen das da nennen, was zwischen ihnen ist,
Ob sie es Beziehung nennen oder Freundschaft.
Ob sie es Ehe nennen oder anderen Firlefanz.
Es ist schrottenegal.

Denn mir ist egal ob die Fotos weg sind.
Mir ist egal ob es den Ring noch gibt.
Mir ist egal was da zwischendurch für Kilometer weite Schluchten zwischen uns sind.
Der Liebe ist das mal grad piepegal.
Die bleibt.
Du kannst nächtelang weg bleiben,
Dich in fremden Betten oder Kneipen rumtreiben.
Du kannst abtauchen und mich alleine lassen.
Ich kann hier alles zerstören wovon ich meine WIR stecken da drin.
Tja.
Und wisst ihr wem das egal ist? �Genau.
Der Liebe.

Liebe ist da wo ich immer noch wissen will wie es dir geht.
Da wo ich dir einen Tee mache und dir eine Decke bringe.
Da wo ich zuhöre und neben dir liegen will weil das schön ist.
Liebe ist da wo man trotz allem dafür und nicht dagegen ist.
Liebe bleibt.
Wenn man sie lässt.
Liebe ist einfach.
Sie ist im Sein zu Hause und lebt nicht von Vergangenheit oder Zukunft.
Liebe ist kein Geschäft.
Liebe ist immer frei.
Frei-willig.
Und jeder der meint Liebe lasse sich festnageln,
Einkesseln,
Isolieren.
Durch: Fotos, Versprechen, Ringe, Symbole, Liebesschwüre oder Eheverträge.
Der irrt.
Der irrt so sehr, das es weht tut.
Meinetwegen werden wir irgendwann geschieden sein.
Meinetwegen hast du ein Kind mit einer anderen.
Meinetwegen wohnen wir nicht mehr zusammen. �Ja.
Meinetwegen.
Na und?
Ich werde trotzdem neben dir sein.
Irgendwo in deiner Nähe.
Ich werde da sein, wenn du mich brauchst.
Ich werde zuhören, wenn du reden willst.
Ich werde dir Mut machen auf all den Wegen denen du gehen willst.
Und ich werde dich lassen.
Und dir sagen, wenn du im Begriff bist Scheiße zu bauen.
Denn Liebe macht so was.
Liebe ist.
Immer.
Da.
Wenn man sie denn einfach nur DA-SEIN lässt.

Phönix

Dich töten tat ich schon so oft. Ich frage dich „machst du mit“ und schon kämpfen wir. Ich hasse und töte dich mit Abweisung bis du taumelst. Dir wird schwindelig. Seit Tagen sind wir im Kampf, hier auf offenem Feld sind wir allein. Offenes Visier, Zahn um Zahn. Und jeder Schlag trifft, jedes Mal geht etwas zu Bruch. Wir sind im Vernichtungsmodus, Blut spritzt, Zähne fliegen, Knochen brechen. Oder eher Seelen. Unsere Seelen schreien und flehen, sie sind die einzigen die es besser wissen. Sie wollen retten, sich dazwischen werfen, doch keine Chance. „ Ihr liebt euch so sehr, haltet doch ein mit euren Waffen die nur Verderben und Ego sind!“, rufen sie. Doch vergeblich, du, ich – wir hören sie nicht.

Nein. Ich dich, du mich, es ist erst vorbei wenn es vorbei ist. Bis in die tiefsten Höhlen hinauf auf den höchsten Berg wird gemetzelt was das. Zeug hält. Wir zerstören und töten alles was uns lieb ist, es ist alles recht. Nur bestrafen wollen wir für alles. Für all das Ungeleibtsein was uns je widerfahren ist. Auf ewig sollen alle bluten und in der Hölle schmoren dafür. Auf ewig, koste es was es wolle. Denn der andere ist schuld. Wir sind überzeugt davon, dass der andere mit Sicherheit etwas tun könnte, uns bewahren könnte vor Verrat, Übergriff und Bedrängnis.

Doch der tut es nicht. Und dafür muss er büßen, er muss bezahlen.

Was wir nicht wissen ist, der andere ist gar nicht da.

Wir sind allein. Ein jeder auf seiner Seite. Zwischen uns ein riesiger Fels. Und so prügeln wir auf ihn ein, denn wir meinen der andere stünde uns gegenüber. Wir sind blind, wähnen Gesichter, Worte und Taten an des Felses Stelle und kämpfen. Jeder auf seiner Seite. Wir brüllen uns an, über den hohen Fels hinweg brüllen wir, der andere solle doch aufhören oder für unser Leid bezahlen. Und stetig kommt ein „nein, beende du es doch!“ zurück.

Immer geht ein Schlag ins Leere und der Fels tut wie im geheißen, hier im Land der Illusion zeigt er das was wir sehen wollen. Er zeigt schmerzverzerrte und verzweifelte Gesichter. Verletzte Glieder, gebrochene Herzen, Trennungen, einen Schaden nie zu reparierenden Ausmaßes.

„Stopp!“ rufst du.

„Was ist?“

„Komm, jetzt gib nicht auf, stell dich du elendiger Feigling, ich will es beende, jetzt und hier!“ brülle ich zurück.

Doch du sagst „nein!“, kommst über links an mich ran und ich erschrecke.

Du standest mir doch gegenüber und ich schaue auf den steinigen Fels, der leblos Zeuge wurde von einem Wahn der keine Grenzen kennt.

„Komm. Gib mir das!“

Du nimmst mein Schwert und legst es weg.

„Das bringt doch nichts“.

Ich bemerke dass wir hinken. Deine Rechte Seite hat es ordentlich abbekommen.

So wie meine linke.

„Wie kann das sein?“, frage ich dich.

„War es doch nicht echt“?

Doch. Es war alles echt.

„Solange du und ich davon ausgehen. Alles ist echt was wir beschließen.

Mach die Augen zu wir gehen zurück“.

Dann Stille.

Stopp.

Pause.

Inmitten der endlosen Weite einer Steinwüste steht eine Couch. Samtig ist die, und weich.

Wir lassen uns auf der Couch nieder. Du hast deinen Kopf auf meinem Schoß, die Augen geschlossen. Ich sitze ganz links, du hast deine Beine ausgestreckt. Ich streiche über deine Augenbrauen. Ich streiche sie aus. Du sollst entspannen.

Erschöpft sind wir, ich reibe mir die Augen.

Wir leben noch. Wir, das heißt unsere Beziehung lebt. Wieder oder noch, wir können es nicht ausmachen, wir wissen nur, wir haben einiges hinter uns dass wir überhaupt hier zusammen gekommen sind und noch daran glauben. Das Liebe tatsächlich ist zwischen uns.

„Wie oft haben wir uns jetzt getötet?“ Frage ich dich und du brummst etwas vor dich hin.

„Mh, glaub zehn bis zwanzig Mal waren es bestimmt!“, sagst du und machst die Augen auf und wieder zu.

Ich streiche über deinen Körper, er ist ganz warm. Ich mag ihn. Ich mag wie er sich anfühlt und wie er riecht und eigentlich alles was mit ihm zusammenhängt, denn das bist ja du.

Töten ist ein schlimmes Wort. Denke ich. Aber ja, er hat recht. Gäbe es Orden für Beziehungsschlachten, wir könnten beide auf eine ansehnliche Anzahl schauen.

Hier ist es so friedlich.

„Was war denn?“ sagst du und ich sage „Das Übliche“.

„Ach so“

Ich küsse dich auf die Stirn. Ich will dich umsorgen, dich nie mehr loslassen. Oh Gott waren wir grausam zueinander.

Wir lieben uns. Sehr. Wir sind uns so ähnlich, wir fühlen ähnlich und sehen die Welt mit derselben Brille. Wir sind ein Traumpaar, es gibt nichts zu streiten, unsere Liebe ist sehr tief, wir vertrauen einander und kennen jede Seite des anderen.

Bis wir in den Krieg ziehen.

Dann ziehen wir unsere Wortgewandten Schwerter voller Analytik und Psychologie über die Kehle des anderen als gäbe es kein Morgen.

Dann bläst das Horn zum Sturm und die Angriffslinie wird gebildet. Dann, ja dann.

Traumatisierte Menschen leben im Trauma. Sie können auch ohne, bis sie in so ähnlich nahen Beziehungen sind wie sie äquivalent nur mit den ersten Bezugspersonen waren. Ein Trauma entsteht wenn ein Kind für eine gewisse Zeit einer emotional überfordernden Situation ausgesetzt war, di sich tief in die psychische Struktur eingebrannt hat. Und daraus resultieren nich viel mehr Ansatzpunkte für negative Glaubenssätze, Verhaltensmuster usw.

Ein Verlassenheitstrauma lässt die Betroffenen alte existenziell bedrohliche Gefühle des Alleinseins und Ausgeliefertseins wieder erleben als wären sie aktuell und auf die Situation hin passend. Ist es für das Unterbewusstsein stimmig reicht die Fliege an der Wand und die ganze Kaskade an Verlassenheit, Verrat und Betrug prasselt auf den Betroffenen ein. Derjenige ist für Tage der Überzeugung alles sei echt. Die Fliege sei Schuld. Und so geht man auf die Fliege los. Im völligen Wahn darüber nicht schon wieder diese Verletzung, diese Gefühle erleben zu wollen. Nein mit aller Kraft sollen sie abgewendet werden.

Und so organisieren sich traumatisierte Menschen strukturell um ihre Traumata herum. Sie antizipieren, wähnen, projizieren ihr Trauma. Ihre größte Angst tritt dann in nahen Beziehungen auf, wenn die Beziehung massiv bedeutsam geworden ist und man sie auf keinen Fall verlieren will. Das ist der Schlüssel zur Traumaaktivierung.

Die gute Nachricht alles geht immer gleich aus. Wir spielen Phönix und stehen hundert mal wieder von den Toten auf.

Die schlechte ist, wir spielen Phönix und stehen hundert Mal wieder von den Toten auf.

Du bist im Trauma. So lange du im Trauma bist gibt es kein Entrinnen.

Wäre es nicht so dramatisch würde ich sagen: und täglich grüsst das Murmeltier.

Depression

Ich komme nach Hause und du bist weg.
Stattdessen sitzt jemand anderes da:

Depression guckt mich aus leeren Augen an.
Ich laufe durch die Räume und suche dich.
Wo bist du nur?

Ich suche und finde
Depression.

Sie sitzt in jedem Raum und lacht mich aus.
Höhnisch schallt es in der kalten Wohnung.
„Er ist weg.
Ich habe ihn verschlungen!
Er ist fort und du allein!“

Sagt dieses Biest.

Depression.
Ich hasse dich!

Du machst aus liebenden Menschen leere Hüllen.
Du frisst sie auf und nimmst sie mit dir, wirfst schwarzes Pulver ohne Unterlass.
Erzählst herum alles sei normal.
Verkaufst Lügen über Lügen und verhüllst dein Antlitz vor mir, weil du weißt ich kenne dich.
Depression.

Verschwinde doch!
Viel zu früh lernte ich dich kennen.
Sah dich unzählige Male in den Tränen meiner Eltern, meiner Oma meines Opas, in den meisten die mir lieb waren.
Du hast dich breit gemacht in meinem Leben, wie ein ungebetener Gast und nun das Wertvollste mit dir genommen.
Oh, ich hasse dich dafür.
Ich hasse deine kalte Aura, die sich anschleicht, wenn du nah bist.
Ich hasse wie du in der Deckung agierst, nur um nicht erkannt zu werden.
Wie du Trauer webst in die Leichtigkeit meines Lebens, wie du mein Zuhause in schwarz verkleidest. Und die Wände flüstern lässt „alles ist ohne Hoffnung“.
Wie du jeden Raum besetzt und auch mir die Luft zum atmen nimmst.
Wie du den verklärten Blick aufsetzt.
Wie du Obermacht gewinnst und ich flüchten muss aus meinem eigenen Haus.
Wie du zerstörst was ich liebevoll pflegte all die Jahre lang.
Wie du mir fortreißt an was mein Herz so sehr hängt.
Wie du die Sonne ausknipst und alle Lichter mit dir nimmst.

DU bist Feind.
Ich dulde dich nicht.
Keine Minute wirst du toleriert.
Ich bekämpfe dich bis zum Morgengrauen.
Ich schlage dich, decke auf, wo du überall sitzt.
Auch wenn es das allerletzte ist was ich tue.
Denn das darfst du nicht!
Du darfst mir nicht entreißen woran mein Herz und mein Leben hängt.

Verschwinde von hier, bevor ich mich vergessen!
Nimm mit dein traurig lächelndes Gewand.
Deine Maskeraden die du parat hast für alle um dich herum, die nicht wissen mit wem sie es zu tun haben!
Du magst sie alle verwirren.
Du magst sie alle täuschen.
Aber mich,
Mich täuschst du nicht!

Ich werde dich festsetzen, dich isolieren und dich aushungern lassen.
Bis du stirbst.
Bis du freigibst was du besetzt hälst.
Und ich werde deinen Namen sagen, ich werde es der Welt erzählen, nein, ich werde nicht schweigen darüber, was für ein Dämon du bist.
Ungesagtes sage ich.
Depression bist du und du musst weg!
Du bist lebensgefährlich!
Bedrohlich und ich dulde dich keine Sekunde.
Du bist der Grund für Selbsthass, Minderwert, Dunkelheit, Trauer und Hoffnungslosigkeit.
Wegen dir hängen sich die Menschen an Bäumen auf, vergessen ihre bunten Leben, schneiden sich die Pulsadern auf, vergiften sich oder stürzen von Brücken.
Du nimmst den Glauben an alles Schöne und lässt die Teufel der Dunkelheit tanzen.

Da wo du bist gibt es keinen Gott und keine Engel.
Bist du vollends da, ist der Tod näher als das Leben.
Da ist der Mensch seine eigene Hölle.

Oh, und deshalb hasse ich dich.
Mit jeder Zelle hasse ich dich.
Weil ich das Leben liebe.
Und du nicht.
Du zerstörst.

Ich mache allen klar, was passiert wenn du nicht verschwindest.
Du spielst mit mir.
Und willst auch in mir anzünden was Schmerzen macht.
Ich lasse dich nicht!
Ich drehe jeden Stein um und zünde alles an.
Ich gehe weg, denn du willst auch mich zerstören.
Ich komme wieder.
Verlass dich drauf.
Und dann.
Gnade dir kein Gott, Depression.
Die Schlacht hast du gewonnen.
Den Krieg noch lange nicht.

Weil ich das Leben liebe und jeden der darin ist.
Hast du gehört?

ICH LIEBE MEIN LEBEN!
ICH WILL LEBEN!

Depression, du bist mein Feind.
Mich kriegst du nicht.
Ich hasse dich.
Für immer.
Erbarmungslos.
Verschwinde von hier!

Leichtigkeit

Ist dir schon mal aufgefallen, dass es Momente gibt im Leben in denen die Dinge einfach wie von selbst laufen? Dass es trotz all der Anstrengung bei dem was zu tun ist ein Stück Leichtigkeit oder auch Freiheit zu spüren ist?
Das gibt es nämlich sehr wohl. Tätigkeiten die uns trotz Belastung und Anforderung erfüllen und uns mit Wonne oder einem Gefühl des Glücks begleiten.
Ob es auf der Arbeit ist, zu Hause im Familienleben oder der Beziehung. Ob es draußen tagsüber in der Stadt bei Besorgungen ist oder beim Erledigen von Papierkram am Schreibtisch. Es gibt diese Momente in denen uns alles von allein von der Hand zu gehen scheint, in denen wir einfach nur Beobachter unserer eigenen Handlung sind.

Ich glaube persönlich, dass uns jede Handlung die wir ausführen zufriedenstellend oder erfüllend, zumindest nicht leidvoll sein sollte. Dass und stets das Gefühl von Leichtigkeit tragen sollte.
Aber wie oft quälen wir uns mit dem was wir tun? Wir ärgern uns über Stress, Stau, die lange Schlange an der Kasse, es sollte doch schnell schnell und nicht so ewig dauern, denn wir wollen doch hin zu diesem einen Leben. Wir wollen weg von dem was wir JETZT gerade tun ist, hin zu etwas Anderem. Zu etwas, so meinen wir, Besserem. Was ist dieses Bessere genau? Wir denken wir wollen auf die Couch, wollen ausruhen wollen uns zudecken und eine Pause nehmen, endlich mal abschalten von diesem ganzen Gestresse und Gehetze. Es soll doch aufhören dieses ewige Hamsterrad von Sollen und Müssen. Wir wollen ein für alle Mal Ruhe, um am nächsten Tag genauso kopflos weiter zu machen ohne gescheit zu atmen oder zu essen. Wer isst alles von euch zwischendurch, so im Gehen, unachtsam, weil keine Zeit, keine Zeit?
Wo geht dir die Leichtigkeit verloren?
Wo bist du nicht mehr da wo du bist, in dem was Jetzt ist?
Jetzt! Nicht gleich, nicht später, nicht gestern, nicht morgen. JETZT!
Immer dann, wenn uns das Leichte, das Schöne und Erfüllende verlässt, geht ein Stück Freiheit. Und wenn dir das oft geschieht, dass du dich quälst und leidest vor lauter „Ich will das nicht, ich will das anders“ geht dir die Freiheit verloren etwas zu ändern.
Wir denken wir müssen doch steuern was wir da tun und mit unserem Willen die Situation beeinflussen oder beherrschen. Wir denken, wir könnten mit unserem Ärger unserem Zorn und unsere Wut beeinflussen, dass sich etwas ändert was so manifest ist wie die Erdanziehung.

Wir sind Menschen und wir können maximal das verändern was in uns ist. Wir wollen alles und zwar immer und sofort. Wenn nicht hat jemand Schuld, war gemein oder es war Schicksal, nur weil wir gerade genervt sind. Wir erheben unsere Affekte zum Allgemeinzustand unseres Lebens und sagen „Scheißleben!“ Und wir vergessen, dass wir etwas entscheidendes verloren haben:
Das was leicht geht. Das was uns atmen lässt. Das was uns gut tut.
Ja, wir können nicht immer das Leben so angenehm gestalten wie wir es gern hätten, wir haben unsere Pflichten zu erfüllen, ob es uns nun passt oder nicht.
Das stimmt. Aber das muss ja kein Widerspruch sein.
Wir können nämlich auf das WIE unserer Handlungen schauen.

Ob es uns erfüllt, Freude macht, leicht fällt, spielerisch von der Hand geht.
Das ist sehr wichtig zu bemerken. Denn immer wenn die Leichtigkeit geht, sitzt du als Mensch in der Karma-Falle. Dann will der Mensch weg von diesem nicht leichten Zustand und dann beginnt die Misere, denn das ganze nicht Wollen und Mögen zieht andere Nicht-Wollen und Mögen-Zustände hinter sich her. Schöne Scheiße…. Da hatte jemand wirklich Humor als er das Universum schuf, wer auch immer das war.
Also noch mal:
Achte in deinen Tätigkeiten darauf, ob dich Leichtigkeit begleitet und wenn nicht, frage dich warum, denn du verschwendest Lebenszeit mit Leid. Achte auf deinen Atem. Geht der schnell bist du nicht entspannt. Wenn es kurze Anspannungen gibt, Stress gibt, Ärger gibt, achte darauf, dass dich diese Zustände nicht festhalten. Suche dafür immer wieder den Ort der Stille in dir auf, horche hinein und beginne dich davon frei zu machen und loszulassen.
Dann werden sich Leichtigkeit und Annahmen gegenüber dem einstellen, was jetzt gerade ist.
Und wenn du bemerkst, das geht nicht, stelle dir die Frage ob du zu belastet bist dafür. Niemand sollte sich so sehr belasten, dass ihm die Leichtigkeit in seinem Tun abhanden kommt.
Und wenn es dich dein Lebenskonzept kostet, eine kleinere Wohnung bedeutet, den Verkauf des Autos. Mache dich frei von „Du musst“ und beginne die Dinge freiwillig mit Freude zu tun.
Wenn man die Wahl hat, wenn man weiß wie man seinen inneren Zustand zum positiven verändern kann, ist man schon ein kleiner Yogi, dann beginnt man meditativ zu leben und wahrzunehmen. Dann beginnt das echte Leben im Jetzt.

Dann kommt die Leichtigkeit wieder zurück und erfüllt mit Wonne dein Tun.
Du hast immer die Wahl etwas zu verändern.
Hole dir deine Leichtigkeit zurück und übernimm Verantwortung für dich, für das eine Leben.

Chemnitz und virtuelle Konsorten – Ein Aufruf zur Skepsis

Wie wirklich ist die (virtuelle) Wirklichkeit?

Seid kritisch und springt nicht auf jeden Impuls an, der hier gemeldet wird, denke nicht das sei alles „wahr“ was geschrieben wird. (Erinnern wir uns, dass wir nur die Infos bekommen, die auf unser soziales Profil und unsere Einstellung passen(welche Zeitung abonnieren wir, was sind unsere Quellen hier auf FB??), wir leben in der virtuellen Blase und sind voreingenommen was „Fakten“ angeht).

Die Rolle der sozialen Medien finde ich gerade bei dem Fall extrem wichtig und wird in meinen Augen völlig unterschätzt!

Es wird im Beitrag gesagt sie wirken wie ein Katalysator, und das denke ich auch. Es werden Gefühle und Impulse reflexhaft in den Menschen erzeugt, um in die eine wie andere Richtung zu schwenken. Dieser Mechanismus zerstört unsere Demokratie. Genau da. Weil Social Media spaltet und aufhetzt, das Ego schürt, Fackeln und Heugabeln bereit stellt und den Pranger salonfähig macht.

Es geht in dieser ganzen Debatte in meinen Augen nicht um Wahrheit, sondern darum wie sich Unzufriedenheit und soziale Missstände hochkochen. Wie Menschen die selbst sozial schwach sind Gehör verschaffen und zum Radikal greifen (müssen?) weil sie selbst nicht gehört werden.Weil sie vergessen wurden. Aber das nur am Rande, das ist ein anderes Fass.

Das was da passiert ist so vielschichtig und komplex, dass es mit einem einfachen „die sind rechts und wir haben Recht“ nicht getan ist.

Mir macht Sorge wie sich die Gesellschaft immer weiter aufspaltet, und soziale Medien daran einen großen Anteil haben, weil sie manipulativ und nicht informativ wirken. Angst lässt sich schnell erzeugen. Ein Bild wie es da gezeichnet wurde verbreitet sich schnell. Genauso wie sich schnell verbreitet dass wir entweder von „Flüchtlingen überrannt“ ODER von „Nazis beherrscht“ werden. Was denn nun? Die Lager machen sich bereit aufeinander einzudreschen aufgrund von Angst und Panik-Mache. So läuft eine Informationskultur ins Leere. So macht Meinungsfreiheit und Pressefreiheit keinen Sinn, wenn jeder jeden Reflex in sich Denken nennt.

Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.

Lasst uns friedlich sein und aufeinander zugehen , auch wenn man anderer Meinung ist. Seid achtsam im Umgang mit euren Emotionen. Sie haben nicht immer Recht.

Ozean

Freude geht vorbei.

Leid geht vorbei.

Lust geht vorbei.

Schmerz geht vorbei

Langeweile, Trübsal und Mühe

gehen vorbei.

Hoffnungslosigkeit. Trauma und Verzweiflung.

Gehen vorbei.

 

Wut geht vorbei.

Glück geht vorbei.

Erfolg geht vorbei.

Misserfolg geht vorbei.

Scheitern geht vorbei.

Triumphieren geht vorbei.

Streiten geht vorbei.

Versöhnen geht vorbei.

Alles geht vorbei.

Alles.

All das.

Und noch mehr.

 

Alles.

Sind Erscheinungen der immer gleichen Sache.

Zustände des jetzigen Moments.

Zustände die aber nicht bleiben,

sondern immerzu wechseln. 

Beobachte sie mal, und du wirst sehen,

was gerade noch schlimm, ist morgen ok.

Was gestern Trauer und Müßigkeit war,

Ist heute anders.

Alles wechselt seine Farbe.

Das beständige Spiel des Lebens ist das was bleibt.

Alles ist Bewegung.

Immerzu.

Suchst du nach dem Statischen in der Unsicherheit,

Suchst du nach dem was bleibt in der Welt,

wirst du enttäuscht und traurig sein.

Denn dieses Leben ist nur eine Hülle.

Es ist nur ein Traum aus dem es gilt aufzuwachen.

 

Dieses Leben sagt dir, dass du etwas bist. 

Und etwas sein und werden musst.

Dass es ein Du und ein Ich, ein Auf und ein Ab gibt.

Aber das stimmt nicht.

Es gibt nur das was ist.

Und das was ist umfasst all das.

All das hast du in dir, all das bist du.

Du bist immer anders und doch derselbe.

Du bist die Stille ohne Gedanken.

DU bist unauflöslich mit der Welt verbunden.

Denn was in dir ist, ist diese Welt.

Die Welt ist das was du bist.

 

Du kannst dich niemals von ihr abschneiden und das verleugnen.

Gehe nach innen und erkenne wer du wirklich bist.

Unendlichkeit und tiefer Frieden.

Schau nach innen, dann siehst du es.

 

„Du bist nicht ein einziger Tropfen im gesamten Ozean,

Du bist der gesamte Ozean in einem einzigen Tropfen.“

(RUMI)

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