Löwenherz

Und wie ich möchte, dass du mich Tanzen siehst.

Wie ich in deinen Blicken baden will,

die mir das Herz übergehen lassen vor Lust und Freude,

auf dich und das Leben.
Dann, wenn die Nächte noch jung,

die Gesichter fremd und kalt,

jeder sich selbst der nächste Spiegel ist.

Menschen verloren zu gehen scheinen,

verlierend am Großstadtstrand, will ich dich treffen.

Hinter einer Säule sollst du stehen,

mich heimlich beobachtend, wundernd,

ob des wirbelwindigen Menschenkindes.

Mit Löwenmähne und Goldherzen.

Welch es direkt auf Zunge und Augen trägt,

und die Clubbehausung in lauter goldene Strahlen taucht.
Oh ja, bewundre mich!

Bin ich doch voller Sehnsucht nach Erkennung und Halt.

Nach Körper und nach Herzen,

die ich suchend, in der Weltgeschichte verstreut habe,

verträumt und zu unbequem für Zeitgenossen und Konsorten,

so dass ich wild herumtänzelte.

Durch tausend und eine Nacht.

Begehrend, suchend, hoffnungslos liebend.

Verschenkend, denn verschenken heißt die Liebe zu leben.
Ich fand dich nicht in den leeren Gesichtern,

ich fand dich nicht in den schrillen Clubs der Stadt.

Ich fand dich nicht im Drogenrausch und den Trips der Dealer,

ihrer schrägen Musik, und in tausendschönen Menschenskindern.

Ich fand dich selbst nicht, als die Sonne aufging,

es ertönte lediglich das stete traurige Lied.

Denn die Seelen der Spiegelmonster hängen wie müde Laken über ihren Köpfen.

Gelangweilt, schweigend, DJ-Pulte anbetend.

Sie tanzen nicht, denn tanzen heißt lieben.

Sie feiern nicht, denn feiern heißt Beisammensein.

Sie tanzen im Rhythmus ihrer eigenen einsamen Herzen,

sie suchen den Sinn der Besinnungslosigkeit,

Und den Glanz des Banalen.

Man träg sie vor sich her, die Ego-Attitüde,

trägt den Duft des einsamen Individualisten.

Zurückkehrend, leere Betten findend,

zu viele Tränen schon vergießend, einschlafend.

In einen Schlaf, der keine Ruhe kennt.
Oh, rette mich doch, mein Liebster, schnell!

Errette mich vor dieser einen Nacht.

In der ich kostete die Freiheiten der Welt und erkannte,

Ein tanzender Wind ohne Räume wird niemals mehr ein Sturm.

Der hinwegfegt und das Lieben lehrt.

Er vergeht und sucht sich seine Räume.

Immerfort.

Im Auge schlägt das Löwenherz.
Und wenn du mich doch schließlich bei den Händen nimmst,

Mit mir hinauf steigst, über die Dächer der Stadt,

Die Himmel und Sterne geduldig trotzen,

Dann will ich einfach bei dir sein,

Lasse mich einfangen von dir und deiner Ruhe.

Lasse mich zähmen und bändigen,

Strecke mich aus und lasse mich kraulen.

Und du streichst mir über das goldene Haar.

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2 Kommentare zu „Löwenherz

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