Danke, Brigitte! đŸ™đŸ»


Noch so ein schöner Beitrag der mir heute Morgen den Puls in die Höhe treibt.
Dieses Mal von der Frauenzeitschrift Brigitte. Zu sehen ist das Modell der weiblichen Scheide. Eine Hand betastet, wobei die andere die Schamlippen auseinander zu halten versucht. 

So weit so komisch. Denn die HĂ€nde sind in Gummihandschuhe verkleidet und transportieren damit automatisch aber unbemerkt eine ganz klare Botschaft. 

Halten wir mal kurz die Fakten fest: Es handelt sich hier um ein Modell, richtig? 

Wird denn von einem Plastikmodell erwartet stark infektiös zu sein, ist es annehmbar dass beim Betasten des Modells eine Übertragung von Keimen stattfinden kann? Nein. Mitnichten! Dann, so denkt das Unbewusste, muss es doch erst recht gefĂ€hrlich sein, wenn dort die HĂ€nde geschĂŒtzt werden. GeschĂŒtzt wird ja immer vor etwas Negativem, etwas das man nicht haben will. 

 

Was hier an diesem Beispiel schön zum Vorschein kommt sind drei Dinge: 

Zum einen wird wie so oft im medialen Raum die fein und gut platzierte Botschaft verbreitet das weibliche Geschlecht sei schmutzig. Als zweites steckt dahinter es sei gefĂ€hrlich sich ihm zu nĂ€hern und als drittes subsummiert sich das in einer völlig unangemessenen BerĂŒhrungsangst. Und warum? Weil das weibliche Genital sexuell massiv aufgeladen ist, das liegt aber nun mal in der Natur der Sache! Der Anblick könnte unter UmstĂ€nden erregen. Und das muss verhindert werden, indem ein steriles Bild am Modell gezeigt wird, am besten tragen alle Beteiligten dort AtomschutzanzĂŒge, damit bloß nicht der Gedanke auf Sexuelles gerichtet wird. 

Ich wette dass den meisten unangenehm ist sich das Bild anzusehen oder das Wort „Scheide“ laut auszusprechen, dabei ist es ein ganz normaler Körperteil. Eben genau aus dem Grund: Es könnte sexuell sein, es könnte erregen. Warum ist das etwas Schlechtes? 

Ich danke heute der lieben Brigitte die dazu tĂŒchtig beitrĂ€gt die Ängste vor dem weiblichen Geschlecht und der SexualitĂ€t des Menschen weiter zu schĂŒren, Scham zu fördern wo keine angebracht ist, und vor allem Angst und Gefahr zu suggerieren, wenn es um das normalste der Welt geht. 

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5 Kommentare zu „Danke, Brigitte! đŸ™đŸ»

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    1. Ja suggeriert genau. Es wird suggeriert. Da hast du nĂ€mlich sehr recht. Weil „suggeriert“ genau den Nagel auf den Kopf trifft.
      Warum kippt es denn so extrem ins Gegenteil – das ist ja die Suggestion in Medien und co, Sex sei total verfĂŒgbar. Suggestion eins. Suggestion zwei: wer sich bedient – und zwar richtig was bedeuten wĂŒrde man sprenge die Grenzen subtiler Moral des bĂŒrgerlichen – das ist nĂ€mlich nötig um sich sexuell zu entfalten – der ist dann triebhaft und damit gesteigert schmutzig. Sex wird dann nur in den dafĂŒr vorgesehenen Nischen – fernab des bĂŒrgerlichen „normalen“ eine Randerscheinung sein mĂŒssen. Dahin gehören die Themen die eigentlich mitten im Kern des Spektrums SexualitĂ€t zu finden sind und immer wieder mit der Kneifzange angefasst werden. Es wird u.a. tabuisiert wie breit das Spektrum ist. Bewegt man sich nicht in der heterosexuelle Ehe mit 1,2 mal sex in der Woche ist das beunruhigend. Das vermittelt uns jede Zeitschrift.
      Deshalb ist es eine Suggestion.
      Warum dann die BerĂŒhrungsangst genau daran anschließen muss hat mit der Frau als sexuelles Wesen zu tun – was auch wieder ein Tabu ist. Obwohl auch hier sexuelle Reize in den Medien ĂŒberquellen. Klar. Die Frau als verfĂŒgbare Versuchung sei immer zu haben. Sie wird hier typisch fĂŒr patriarchale Strukturen als passives Freiwild dargestellt Bzw. so inszeniert. Noch eine Suggestion. Die aktive sexuelle Frau macht nĂ€mlich Angst und deshalb kann man damit keine Werbung machen.
      Und deshalb auch die BerĂŒhrungsangst:
      Der Grund dafĂŒr ist weil die SexualitĂ€t der Frau machtvoll ist. Sie ihr offen zuzugestehen ohne sie abzuwerten hebt die Frau auf ein anderes Level. Es hebt sie auf das Level der mĂŒndigen mitgestalterin. Der autonomen frau die kann, und zwar wann und mit wem sie will. Die nĂ€mlich die Wahl hat. Und das ist enorm mĂ€chtig. Das steht ihr aber nicht zu. Denn dann wĂ€re sie ja kein Besitz des Mannes mehr. Daher wird sie und ihr Geschlecht abgewertet. „Das da unten“ – so wird es oft genannt – transportiert die Botschaft neutral entsexualisiert schmutzig“. Es gehört der Frau nicht. Weder ihre Lust ĂŒber die sie allein ganz allein verfĂŒgt egal welcher Schwanz sich da grad abmĂŒht, noch ihre Reize, noch ihre BedĂŒrfnisse nach Sex werden ihr zugestanden. Deshalb trĂ€gt man Handschuhe damit bloß keiner auf die Idee kommt dass Frau eine Scheide und im Besitz hochgradig erotisierender Kraft stecken. Die fegt nĂ€mlich alles weg und wer da nicht gegen halten kann – körperlich geistig und emotional streckt die Waffen oder wertet direkt ab. Frauen stecken Mann nĂ€mlich sexuell locker in die Tasche. Darum gehts ja bei dem ganzen theater des Patriarchats. Diese Denke wirkt nĂ€mlich immer noch. Das ist ja das Drama.
      So viel zum Thema Suggestion.

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