Achtsamkeit und Selbstliebe · Seelenweg und Spiritualität · [BUCHSTABENLIEBE]❤️

Hingabe

Wenn wir mit uns selbst ringen, wenn wir verneinen und uns zu machen gegen das was JETZT in diesem Moment gerade in uns ist, verschließen wir uns. Wir kämpfen gegen das Leben an. Dann leiden wir und haben es selbst in der Hand unser Leiden zu lindern.

Wir wissen das nur oft nicht, dass wir allein den Schlüssel dazu haben.

Wir glauben unser Leben verbessern zu müssen, auf der äußerlichen Ebene. Was ja auch bis zu einem gewissen Maße normal ist. Nichts ist dagegen einzuwenden unliebsame Zustände beenden zu wollen. Beenden werden wir sie, aber eben nicht so wie wir glauben, dass sie beendet werden können. Im Kampf gegen uns selbst erhalten wir das Leid aufrecht.

Wir denken es sollte so und so sein und nicht so, wie es aber jetzt gerade ist sein. Wir wissen das besser. Wir sind mürrisch, unzufrieden, verärgert oder wütend mit der Situation, einem Menschen, den Umständen, mit uns selbst.

Und erkennen dabei nicht, den Wert den das Leben gerade jetzt mit sich bringt. Wir verpassen eine wichtige Lektion die uns in die Heilung bringen könnte.

Wir werden oft in Zustände tiefer Verzweiflung gestürzt, in Trauer oder Wut. Wir sind der Meinung, dass aber nur das was angenehm ist uns zusteht. Wir haben eine Idee davon, zu wissen, was JETZT sein soll und stellen uns damit über das was gerade abläuft.

Und dadurch kämpfen wir weiter. Wir kämpfen jeden Tag und fast jede Minute gegen uns selbst und damit auch gegen andere. Wir fangen direkt morgens damit an, beim Aufstehen schon jammern und zetern wir, wir haben schlecht geschlafen und auch wieder zugenommen, außerdem ist der Kaffee alle. Das sind nur Beispiele die zeigen, wie banal unsere Kämpfe sind. Banal aber mit großer Wirkkraft. Ich meine das der Kampf darin besteht nicht fühlen zu wollen. Nicht hinsehen zu wollen. In uns selbst. Wenn da Wut ist, ist da Wut. Wenn da Trauer ist, ist da Trauer. Indem wir sie nicht wahrhaben wollen, darf sie nicht in uns zu Hause sein und wir schneiden sie ab von uns.

Das Problem am Kämpfen und am Widerstand gegen etwas, gegen eine Situation ist, dass sie so Leid verursacht. Kampf verursacht immer Leiden. Nicht Akzeptanz verursacht Leiden. Ich meine damit nicht, dass man still alles ertragen sollte was passiert, nein.

Ich glaube, dass das Geheimnis ist zu versuchen sich in jedem Moment so weit es geht zu öffnen für sich selbst. Das heißt du nimmst voll und total an, was eine Situation gerade in dir auslöst. Du nimmst an, dass du kein Bock hast morgens aufzustehen, du nimmst an, dass du genervt bis, weil etwas nicht geklappt hat. Du nimmst sogar deinen Widerstand wahr und an, gehst hinein in diese Emotion und bemerkst, wie sie sich damit wandelt.

Der Widerstand in uns zeigt sich dadurch, dass wir gegen unsere Gefühle gehen, wir wollen keine negativen Gefühle. Wir meinen wir wollen nur positiv fühlen. Und damit das funktioniert projizieren wir diese Erwartung nach außen, an und auf bestimmte Objekte oder auch Menschen. Wie das alles so zu sein hat damit, man endlich mal zufrieden sein kann.

 

Und das ist das Tor ins Leiden.

 

Genau da liegt das Problem. Das Problem anzuerkennen, dass du ein riesiges Spektrum an Empfindungen mit dir rumträgst und es alles Ausdruck finden will was in dir ist. Über dich gelebt werden will, ob gut oder nicht so gut. Wenn für einen kurzen Moment erkannt wird, dass gegen sich zu gehen, gegen das Leben zu gehen bedeutet, dann findet man die Tür in die Gegenwärtigkeit. Die Gegenwärtigkeit als Fähigkeit des GEWAHRSEIN.

Dann entfaltet sich das Leben auf einmal in der Tiefe. Das Geheimnis des Lebens entfaltet sich immer in seiner Tiefe. In seiner Stille. Auf der Oberfläche der Emotionen und Gedanken sind es Fetzen, wirre Fetzen der Wahrnehmung die irgendwie zu einem Ganzen koordiniert werden müssen. Sie ergeben eine Geschichte, die unwahr ist. Aber an die wir sehr gern glauben.

 

Das Wunder des Lebens zeigt sich sofort in dem Moment in dem du das akzeptierst was IN DIR da ist. Denn dein Körper, dein Ego, deine Gefühle und Gedanken sind das Feld in dem das Leben stattfindet. Das was im Feld geschieht, ist das Leben itself.

Wenn du dich öffnest und beginnst wahrzunehmen: JA. Das ist das Leben in mir was sich gerade so zeigt. Dann kannst du dankbar sein dafür, dass das Leben zu jeder Zeit und zu jedem Moment von seiner allumfassenden Intelligenz und Ordnung, aus einem höheren Bewusstsein heraus gesteuert wird und sich dir jetzt so und nicht anders zeigt. Und du diese Erfahrung machen kannst, diese einzigartige Erfahrung die dir wieder eine Million Erkenntnisse bescheren wird über dich und das Universum! Wie wertvoll ist das denn?

Dann kannst du dich auf machen für diese Erfahrung als Mensch. Als Mensch der gerade so und so empfindet.

Mit Dankbarkeit öffnen wir unser Herz und stimmen zu. Wir sagen Ja zum Leben und geben uns dem Leben hin. Je mehr wir uns dem Leben hingeben, je mehr Hingabe wir entwickeln, desto mehr beschenkt uns das Leben mit gegenwärtiger liebevoller Präsenz. Mit einer Tiefe die wir nie erahnten, mit Fülle die wir nie kannten und die wir ständig überall suchen. Wir können erkennen, dass das alles in uns ist. Dass wir dieses Leben sind und dass es durch uns als Menschen gelebt werden will. Und damit zeigt sich das Leben immer und überall zu jeder Minute als durch und durch intelligent. Weil diese Komplexität, diese Vielfalt, die wir als Mensch gar nicht erfassen können von einer höheren Ordnung koordiniert wird und uns zu dem Wissen führt was uns allen hilft zu erkennen wer wir wirklich sind. Wir werden zur Erkenntnis geführt, die uns aufwachen lässt aus der schmerzhaften Illusion der Trennung zwischen mir und dem Glück. Dieser Weg führt durch unser Herz. Es gibt keinen anderen Weg.

Und das begreifen wir dann. Das Begreifen was jenseits unseres Verstandes liegt, sondern in unserem Herzen geschieht. Wir haben keine Sprache darüber, wir können uns dem noch nicht einmal über Worte habhaft machen, aber wir spüren diese Weite, diese Weite die nichts einschränkt, alles so zulässt wie es ist.

 

Kennst du diese Momente wo du in völliger Leichtigkeit und Glückseligkeit im Moment aufgehst? Wo es nichts zu fragen gibt und dich eine tiefe Wonne und ein tiefes Wissen von Ganzheit durchströmt? Das sind oft Flow-Erlebnisse, Erlebnisse, wenn wir fasziniert sind, wenn wir übersprudeln vor Liebe, verliebt sind, in Ekstase sind, wenn wir etwas bestaunen, für etwas brennen, für etwas vollends begeistert sind. Dann sind wir voll DA. Dann werden wir selbst zum Leben, das was außen ist wird innen. Wir gehen in Deckung mit der Frequenz die das Leben funkt und haben keinerlei Widerstand. Das Ich tritt von der Erfahrung zurück und da ist mur ungefiltertes Leben. Sprudelnd, echt und frei. Weit.

Als ich das erste Mal in den USA am Grand Canyon stand war das so ein Moment. In diesem Moment war ich erstarrt vor Ehrfurcht. Ich war erstarrt ob dieser unbeschreiblichen Weite, die ich dort erleben konnte. Ich war tief berührt, ich konnte nicht denken und nicht sprechen. Dabei wusste ich intuitiv: Das hier ist Göttlich. Jetzt offenbart sich mir das Universum. Und solche Momente meine ich. Das Göttliche in dem Moment war nicht der Grand Canyon. Es war eine ERFAHRUNG bestimmter Art, die mir Gott, oder das Leben enthüllen, ERKENNEN half. Denn darum geht es. Das Leben in der Tiefe zu erkennen.

 

Mein kleines JA kann etwas Großartiges bewirken. Meine Bereitschaft sich voll hinzugeben bereitet den Weg nach innen, in mein Herz.

In allen Situationen. Ob am Grand Canyon stehend oder beim Bäcker in der Schlange. Ich kann die Süße des Lebens wahrnehmen lernen.  Es kann mich in die Tiefe führen, in die absolute Tiefe meiner Selbst und mich dort Frieden finden lassen.

 

Dazu brauche ich nur zu atmen und zu beobachten. Wahnsinn, was Körper, Emotionen und Gedanken tun, wie sich diese Systeme ausdrücken und von alleine funktionieren. Ja. Ja ich will dem uneingeschränkten Raum geben und alles so passieren lassen wie es passiert.

Das ist Hingabe. Das ist dann Öffnung für das Leben. Öffnung für das was in mir ist. Wenn ich mich dafür öffne, was in mir geschieht, was da wirklich ist und zum Vorschein kommen will, dann werden auch andere Menschen in unserer Umgebung in sich hineinfallen können und diese Erfahrung machen können. Dann kann diese zarte Sanftheit freigelegt werden. Dieser Hauch von Unendlichkeit und Weite, der jeder Erfahrung innewohnt. Dieser Glanz. Diese Liebe. Dann können wir die Welt ein Stück heilen, weil wir selbst in uns Heilung zulassen. Endlich das einmal Heilung finden darf, weil es da sein darf. Heilung ist eine GANZ-WERDUNG im eigentlichen Sinne. Wir werden niemals Heilung finden, wenn wir nicht nach innen gehen. Wenn wir uns nicht auf uns selbst einlassen und fühlen. Uns hingeben. Das kann tiefer Schmerz, Trauer und Verzweiflung sein. Das zu fühlen bringt Heilung.

Diese Heilung ist immer in uns möglich. Jedem ist sie zugänglich. Zu jedem Zeitpunkt.

Heilung kann geschehen, wenn alles was gefühlt werden will gefühlt wird. Wenn alles was JETZT da ist gesehen wird. Wenn das Licht des Bewusstseins darauf geworfen wird und die Schatten verschwinden, dann kann das was IST sich verwandeln. Dann kann es heilen. Dann kann Transformation und Transzendenz entstehen. Nur dann. Dann wird aus Schmerz irgendwann tiefe Dankbarkeit wachsen können. Aus Leiden Erkenntnis. Wir werden durch Hingabe ganz allein dort hingeführt. Es steht jedem offen sich dort hineinfallen zu lassen.

Dann kann sich das vor uns ausbreiten was wir niemals erfassen, nur erahnen und fühlen können: Die unglaubliche hohe Intelligenz des Lebens, in die wir uns zu jeder Zeit fallen lassen dürfen.

4 Kommentare zu „Hingabe

  1. Wer reif genug ist, beobachtet alles; und alles zu beobachten heißt, sich zu beobachten.
    Alles oder sich selbst zu beobachten heißt, weise zu sein.
    Weise zu sein, heißt ganz zu sein.
    Und das heißt, Das Sein zu sein.

    Gefällt 1 Person

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