Kein Text über Liebe

Die geliebte Unsichtbare

Es hat mich einmal gegeben.

Irgendwann. In deinem Leben.

Davon erzählt dir dein Herz jeden Tag.

Das da mal was Warmes war.

Was Echtes, Nahes.

Unverwechselbares.

Doch du blicktest durch mich hindurch.

Wie durch Glas.

Jahrelang versuchte ich dir zu zeigen,

wer ich bin.

Was ich fühle. Was ich brauche.

Von dir.

Doch du blicktest stumm,

um mich herum.

Durch mich hindurch.

Und sahst mich nicht.

Unsichtbar war ich für dich.

Bis ich fort war. Und es plötzlich auffiel.

Dass da was fehlt. Unwiederbringlich.

Weg ist.

Und du begannst mich zu suchen überall.

Fragtest Bäume, Seen und den Wind.

Doch alle wussten keine Antwort.

Sie fragten bloß nach meinem Aussehen.

Dann schlugst du die Hände nieder.

Denn dir fiel auf, dass du das gar nicht weißt.

Du hattest mich ja niemals wirklich gesehen.

Niemals wirklich angeschaut.

Du weißt nur, wie es sich anfühlt mit mir zu sein.

Und dieses Gefühl bleibt.

Dass da einmal etwas Großes war.

Und dass du es nie wirklich gegriffen hast.

Wahrgenommen hast.

Und so werde ich wohl auf jeher deine geliebte Unsichtbare bleiben.

Von der du niemals weißt wer sie wirklich ist.

Sondern nur, wie warm sie küsst.

3 Kommentare zu „Die geliebte Unsichtbare

  1. Was für ein Kuss!
    So viele schließen die Augen.
    Dabei sollten sie sie öffnen.
    Und wenn nicht in diesem Moment,
    dann doch wenigstens danach.
    Dann wären sie endlich wachgeküsst
    aus ihrem Dämmerschlaf der Selbstbeweihräucherung.
    👍🍀🤗

    Gefällt 1 Person

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