Kein Text über Liebe

IM GRENZGANG

Ich habe langsam verstanden, wie du mich haben willst. Du willst, dass ich dir deine Schatten zeige, und so bin, wie du es dich nicht zu sein traust. Du willst, dass ich an deinem Wahnsinn kratze, in Abgründe schaue, kilometertief. Ins Schwarze. Deine Welt soll meine ins Stolpern bringen, und ich soll mich alleine fühlen. So mutterseelenleer. 

Ich weiß nun was ich dir zu zeigen habe. 

Ich weiß nun was du von mir willst.

Ich soll so sein, wie du. 

Ich werde nun wachsam beobachten, deinen Seelenkompost bewachen, ihn mit Spiegeln umstellen, und einer von ihnen werden. 

Ich werde fortan diejenige sein, die zu schwach ist für diesen Weg. Die kapitulieren muss vor diesen Stürmen. Und dich damit in Sicherheit wiegt. Wenn du mich ansiehst, so kühl und herablassend, hinein schnappst in den Modus des Verachtenden, kauere ich mich zusammen. Ich werde dich anbetteln, um Hilfe flehen und alles tun, nur um dir das Gefühl zu geben, du könntest es kontrollieren. Du könntest mich bändigen. Oder doch vielleicht sogar, verschlingen. Wie sehr wollte ich es, habe es immer und immer wieder probiert.

Der Wahnsinn, er kam und nahm dich in Besitz. Als zögest du das Messer geradewegs über meine gespannte Kehle, so galant und kraftvoll, so geübt, fast wie im Schlaf. So ist es, wenn er kommt, der Wahnsinn, wenn deine Schatten drohen, und das Schlachtfest der Gefühle von neuem beginnt. Sie sind so groß, dass sie fast zu meinen wurden. Dass ich fast dem irrigen Glauben anheim fiel, selbst eine Blutrünstige zu sein, die je nach Verfassung, das Inferno entfacht, zum Schlachttag ausruft. 

Denn dann helfen keine Gebete und auch dem Verstand sind derartig tollkühne Schatten, überlegen. Sie spielen dem X ein U vor und machen aus dem Grundgescheiten einen anderen. Einen, den du hasst. Einen, den du fürchtest. Einen, den du meinst zu erkennen. 

In mir. 

Ich versuche auf der Hut zu sein und dich mit Küssen beim Atmen zu halten. 

Ich werde mich abermals demütigen lassen, alle Schuld auf mich nehmen, der geächtete Feind für dich sein. Mich drei mal zur Schlachtbank führen lassen, wie ein dummes Lamm, das glaubt der Hirte kenne den richtigen Weg. 

Nur so, wirst du sie überwinden. 

Und wenn du inmitten des Schlachtfeldes stehst, deines eigenen, was Heulen und Zähneklappern macht, noch Blut an Händen und Mund, schaust du mich mit flehendem Blick an, der nur eines von mir hören will:“

Du hast keine Schuld. Das warst du nicht. Das war alles ich!“ 

(EIN TEXT, UM DIE BEGEGNUNG MIT DEM WAHNSINN ZU VERARBEITEN. EINE ERFAHRUNG AUS EINER TOXISCHE MISSBRAUCHS-BEZIEHUNG. GENAUSO ZERSTÖRERISCH, WIE ES SICH HIER LIEST.)

(Sultanine 2016)

Ein Kommentar zu „IM GRENZGANG

  1. Dein Text, den Du da „zitierst“ ? erinnert mich an die aktuelle Zeit – derzeit ist alles ins Gegenteil verkehrt; der Gesunde wird zum Kranken gestempelt, Kämpfer für GG werden zu Grundgesetzgegnern, Natürliches wird zu Schlechtem geframet…. (um den Preis, dass sich die kleinen, armseeligen sog. Mächtigen über uns erheben können, solange die Opfer es geschehen lassen.) Unsere Gesellschaft ist so weit weg geraten, von dem was uns die Natur, der Instinkt, der gesunde Menschenverstand sagt, ich schätze 60 % haben den Zugang zur ihrer inneren Stimme unserem wahren Menschsein verloren… 20 % schätze ich schlafen noch und merken nichts und weitere 20 % sind sensible Wesen, die noch unterscheiden können zwischen richtig und falsch, zwischen Nachgeplappere von Obrigkeitsangstmache und menschlicher und spiritueller Art. Ja, wir werden regelrecht missbraucht von einer grausamen, gefühllosen sog. Elite, die nur noch Machtstreben und Geld kennt.

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