Kein Text über Liebe

Gefährlich frei

Ich habe mir mein Herz gebrochen. 
Schon wieder, 
an dir. 
Aua. Tut das weh. 
Dieses bescheuerte, offene Herz. 
Ich habe mir mein Herz gebrochen, 
und kann den Verbandskasten nicht finden. 
Es zersprang und feine Risse bildeten sich. 
Zack. Kaputt. 
Und es erinnern viele Narben an ähnlich 
alte Verwundungen. 
An Liebes-Unfälle jeglicher Art. 
Ich schenkte dir mein Herz, 
warum nur, sag, hast du es fallen lassen? 
Warum warst du nicht achtsamer? 
Warum hast du es nicht auf dein Samtkissen gelegt? 

Ich habe mir mein Herz gebrochen. 
Schau! 
Es ist schon ganz ramponiert vom Lieben 
und von deiner Grobmotorik. 
Warum kannst du es nicht halten, 
einmal in Ehren? 
Warum, habe ich es dir gegeben und vertraut? 
Ich dachte, es geht. 
Und nun? 

Ich habe mir mein Herz gebrochen. 
An dir. 
Bei dir. 
Weil ich einfach arglos war. 
Aua. 
Dieses bescheuerte Herz. 
Warum kann es sich nicht verschließen, 
vor dir, der Welt und dem Schmerz der Liebe? 
Warum? 
Warum muss es all das fühlen und zu Grunde gehen dabei? 
Ständig gewrungen und geschunden werden, 
bis es in Fetzen über dem Zaun hängt?

Vielleicht, weil es sonst nicht aufspringen kann. 
Vielleicht, weil es leben, lieben und sich verleben lassen will. 
Weil es alles will auf einmal. 
Weil es nicht den leichten Weg gehen und sich tausendmal kreuzigen 
lassen will. 
Weil es dazu da ist, und Liebe immer schmerzhaft ist, wenn sie wirk-lich ist. 
Weil Werden und Vergehen der Grund aller Dinge sind. 
Und weil ein Herz zum Lieben da ist. 
Deshalb. 
Punkt. 
Deshalb bereue ich nichts. 
Auch wenn du es nicht hinbekommst, 
dann bekomme ich es aber hin. 
Für mich. 
Lass mich leer und voll lieben und mein Herz geht in die Reparatur. 
Verbinden werde ich es nicht. 
Es wird einfach an der Sonne Wärme und in die Wiesen gelegt und muss atmen. 
Einfach atmen, 
durch Schmerz und Leid hindurch. 
Bis es gebrochen da liegt und zum Vorschein kommt, 
was wirklich ist. 

Gleißend hell alle Schichten durchbricht.
Und wieder in Freiheit schlagen kann. 
Ohne Airbag, doppeltem Netz und Anschnallgurt. 
Ohne Samtkissen, Glaskuppel und Reanimationsteam. 
Einfach gefährlich frei. 
Wild und lebendig. 
Im eigenen Rhythmus. 
Lieben kann. 

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