Seelenweg und Spiritualität

Die schlimmsten Erfahrungen, sind die besten Lehrmeister

Gestern schrieb ich davon, dass das Universum unser Lehrmeister ist, dem Sinne, dass es uns stets das richtige Feedback gibt über unsere Entwicklung, unseren Weg. Heute möchte ich das noch näher ausführen, denn ich finde es sehr inspirierend momentan was so geschieht. Ich mache momentan die Erfahrung, dass ich konkret erkennen kann in meinem Gegenüber wer ich als Mensch eigentlich bin. Es ist eine sehr interessante und sehr bahnbrechende Erkenntnis. Ich weiß, dass alle die halbwegs offen sind und einen wachen klaren Geist mitbringen oder auch in der Lage sind über den Tellerrand hinaus zu schauen, wissen, dass unsere Beziehungen unsere besten Spiegel sind. Ich habe das auch immer bejaht und dem zugestimmt. In der Tiefe aber zu verstehen was das konkret heißt, weiß man erst, wenn man diese Tiefe erfährt. Es ist ein Erfahrungsprozess der uns hinbringt wo wir hin sollen, man kann es sich nicht anlesen oder anlernen. Ich erfahre momentan, dass mir Menschen die mir sehr nahe stehen etwas ganz Wichtiges über mich selbst erzählen können, indem sie mir durch ihr Verhalten etwas zeigen. Sie zeigen mir durch ihr Verhalten wo mein tiefster Schmerz, meine tiefsten Verletzungen sind.

Menschen sind einfach wunderbar fehlerhaft und facettenreich. Und im Kontakt mit ihnen ist es normal unsere Erwartungen und Wünsche auf sie zu richten. Ganz natürlich ist das in Liebesbeziehungen, aber auch in Freundschaften ist das der Fall. Wir wollen etwas vom anderen HABEN. Eine Beziehung ohne Erwartungen, ohne diese Projektion von Wünschen ist keine. Denn die Wünsche und Bedürfnisse sind der Kleber, der uns dazu antreibt eben diesen einen Menschen für uns auszuwählen, bzw. der uns vom Universum dann für diese eine besondere Aufgabe dahin gestellt wird. Am heftigsten ist das wenn wir uns verlieben, wenn wir lieben oder wenn wir leidenschaftlich verbunden sind. Dann können wir das kaum mehr steuern und sind diesem Prozess des Liebens oder des Verlangens hilflos ausgeliefert. Wir wünschen, sehnen, meinen zu brauchen für uns. Das ist normal, gut und richtig. So funktioniert das mit den Menschen. Und wäre es nicht alles so unwiederbringlich heftig und intensiv, wäre die Menschheit längst ausgestorben. Das Feuer in uns, die Lust und Leidenschaft sind der Grund Nummer eins dafür, warum wir als Menschheit überhaupt existieren. Wir können uns dem nicht erwehren. Es ist ganz schwer, einmal gekostet und im Reich wo Milch und Honig fließt davon weg zu bleiben. Deshalb binden wir uns ja auch, wir wollen dieses Paradies mit diesem Menschen BEHALTEN und pflegen. Alles was unsere Seele nährt treibt uns an, es uns zu holen bei anderen Menschen.

Alles im Leben ist aber der stetigen Veränderung und Wandlung (Sanskrit Parinama) unterworfen. So wandeln sich nicht nur physische Zustände oder Jahreszeiten, sondern auch Menschen wandeln sich ständig. Sie verändern sich, sind gleich nicht mehr dieselben wie gerade. Und genauso wie sich Menschen ständig verändern und alles in ihnen sich wandelt, sind Beziehungen ebenfalls der Veränderung unterworfen. Beziehungen zwischen Menschen spielen sich immer zwischen festen Bedürfnis-Polen ab, die individuell unterschiedlich ausgeprägt sind. Aber es sind zum Beispiel immer die Pole der Bedürfnisse zwischen Autonomie / Freiheit und Selbstbestimmung und dem Bedürfnis nach Sicherheit / Bindung und auch Verschmelzung mit dem Gegenüber. Das sind zum Beispiel nur zwei Pole innerhalb dessen sich das Beziehungsfeld spannt. Was geschieht, wenn wir die Veränderungen aber nicht wollen, wenn wir im Innersten ablehnen wie der andere gerade ist. Warum lösen gewisse Verhaltensweisen in uns selbst einen extremen Schmerz aus und warum in Gottes Namen suchen wir uns permanent solche Erfahrungen? Warum suchen manche von uns schädliche Beziehungen auf, lassen sich demütigen , belügen und betrügen, vielleicht sogar körperlich misshandeln von anderen Menschen? Das ist jetzt das Extrem auf die Spitze getrieben.

Und genau das ist mir nun ein Stück klarer geworden. Man kann das nun auf vielerlei Arten und Konzepten herausstellen, aber Fakt ist nun einmal, dass alles womit wir als Menschen in Resonanz gehen unmittelbar etwas mit uns selbst zu tun hat. Das ist deshalb so wichtig, weil wir die Opfer-Rolle damit aufgeben und sehen können, was wir selbst damit eigentlich zu tun haben, das wir selbst verantwortlich sind dafür, fühlen wir uns abgelehnt, nicht gewollt, fallen gelassen oder ungeliebt.

Ich selbst fühle mich in solchen Momenten vom Universum etwas verarscht, weil ich denke: Na schöne Scheiße. Wieso verdammich noch eins passiert mir das jetzt SCHON WIEDER?! Aber das Universum ist ja unser Lehrmeister und kein Arschloch, auch wenn es manchmal erbarmungslos Ungenießbares das auf den Tisch bringt. Nein, das Universum meint es von Herzen gut mit uns. Da ist so viel Liebe darin, diese beschissenen Erfahrungen geschenkt zu bekommen, dass ich mich selbst etwas für meschugge halte gerade. Was soll das mit Liebe zu tun haben, wenn man laufend vom Schicksal eins auf die Fresse bekommt? Ganz ganz viel sogar. Denn wenn die Faust des Schicksals schwingt, wenn wir wieder einmal scheitern mit einem Weg, einem Vorhaben oder gar mit einem Menschen und enttäuscht und verletzt werden, dann schenkt uns das Universum einen wunderbaren Spiegel der uns zeigt WO WIR STEHEN. Er zeigt uns was und wo unsere tiefsten Glaubenssätze sind zum Beispiel nehmen wir vielleicht im innersten unbewusst an, dass wir es nicht verdient haben, das große Los gezogen zu haben, den großen Erfolg im Job usw. und das bekommen wir dann zum Beispiel durch Misserfolg gezeigt.

Wir kriegen das was wir „bestellen“. Das heißt, wovon wir innerlich ausgehen! Bestellen wir aufgrund unserer Biografie „ich bin ungeliebt und verlassen“ machen wir die Erfahrung immer wieder in Beziehung ungeliebt und verlassen zu sein! Ich will es noch eine Ebene tiefer beschreiben. Wenn wir Schmerzen erleiden, weil das Außen so und nicht so und so reagiert, kriegen wir einfach gespiegelt woher das kommt, dass uns das trifft, dass es uns enttäuscht, das wir das nicht so wollen. Wir kriegen gezeigt WER WIR JETZT GERADE SIND! Mit allem Ballast und all der Scheiße im Rucksack und diese Scheiße zeigt sich genau in dem Moment. Toll, oder?

Man könnte ja meinen das man total bekloppt ist, geil auf Leiden oder voll einen ander Klatsche hat, wenn man ständig dasselbe wiederholt was einem weh tut. Aber so ist es nicht! Man darf, muss und soll ständig mit seinen Schmerz-Themen Karussell fahren. Warum? ganz einfach: Um es sich anzuschauen. Um das zu integrieren, was an Empfindungen nicht integriert worden ist, kurzum: um zu heilen. Deshalb meinen wir immer wir stecken fest. Aber das tun wir nicht. Wir müssen ein Schreckensszenario hunderttausendmal angucken, erfahren darin herum tauschen innerlich und begreifen, um es mit Liebe nach Hause zu tragen. Um es in Liebe in uns zu verankern und ja dazu zu sagen. Und uns selbst mit dem größten Mitgefühl gegenüber treten zu können, denn das Universum, Gott persönlich liebt uns so sehr, dass wir diese Erfahrungen geschenkt bekommen, um uns selbst zu ERLÖSEN vom Schatten unserer Vergangenheit. Von all dem Drama und der tiefen inneren Verzweiflung. Um zu heilen. Deshalb ist das alles so. Das bedeutet, das Spiegelgesetz. Es ist kein schnödes: So wie es in den Wald hineinruft usw. Es ist ein Geschenk Gottes oder des Universums, um uns ganz und heil werden zu lassen. Um uns selbst zu erkennen. Um zu verstehen, warum wir so sind wie wir sind und um uns selbst voller Liebe in die Arme zu schließen wie der gute Hirte das verlorene Schaf. Ich bin der Meinung dieses Gleichnis erzählt die Geschichte von uns und unseren verloren geglaubten Anteilen, die wir schmerzlich wiederfinden und lieben lernen müssen.

Und warum das ganze Theater? Was soll das dann? Na ja, um zu wachsen. Wachstum tut immer weh, ist immer scheiße, macht überhaupt keinen Spaß und ist mühsam wie sau. Der Löwenzahn quält sich durch die Asphalt-Decke und wir müssen uns mit unseren inneren Widerständen und Schattenseiten aussöhnen, um weiter zu wachsen und uns zu entfalten. Alles will Entfaltung und Ausdehnung, so auch unsere Seele. Und damit das so sein kann, kriegen wir immer genau die passenden Menschen und Erfahrungen vor die Nase gesetzt. Und darüber können wir uns freuen. Das Leben meint es immer gut mit uns.

Om namah shivaya

Om Shanti

Amen

Frieden

Ein Kommentar zu „Die schlimmsten Erfahrungen, sind die besten Lehrmeister

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