[BUCHSTABENLIEBE]❤️

Apocalypse now

Das Virus verbreitete sich schon sehr lang. 

Ganz schleichend kam die Seuche über uns, niemand hat es für möglich gehalten. 

Giftgrün nahm man an, könne man es sehen, riechen oder schmecken. Es waberte durch die Straßen geruchlos und unerkannt. Bis heute hat es überlebt und überzieht die Welt mit einer andauernden Pandemie. Sie zeigt sich in glubschenden Augen, die blind geworden sind für die Welt der Gefühle und Farben, für alles Schöne, Liebliche, Wahre und Gute. Diese Augen sehen nur das Grau der Fassaden. Sehen Gleichtakt, Gehorsam und Gruppenzwang. 

Fresse-haltend, schmalspurig schleicht man seiner Wege, gleicht dem Abbild eines Zombies, der über die verwesten Reste seiner gerade verzehrten Beute steigt. Stumpf wird da geglotzt, eher Tier als Mensch, verkleidet und unterwesenanhängend, hält man sich im Untergrund auf, der einen dann und wann verschlingt. Wenn die Erde hungrig ist, tut sie sich bei Zeiten auf und schnappt zu. Das ein oder andere Unwesen, wird zack, mit einem Happs, verschluckt. Laut krachend wird es zermahlen, Blut und Inneres spritzen, und es vollendet sich das, was in Menschengestalt begonnen wurde.

Und weit draußen, vor den Toren unserer Stadt, liegen sie aufgehäuft, achtlos fortgeworfen.

Hirn und Herz zum Sonderpreis, für umsonst und kaum gebraucht. So türmt sich auf, was mal das Gute war, um zu verrotten in der Ewigkeit. Bis sich die Erde auftut erneut und verschlingt, was sowieso schon längst im Sondermüll gelandet wäre. Hirn und Herz, wer braucht das schon? 

Rette sich wer kann, der Stumpfsinn geht um. 

Wer wird wohl der Nächste sein? 

(Sultanine-Archiv 2013)

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6 Kommentare zu „Apocalypse now

  1. Feiner Sarkasmus mit einer Prise,
    na sagen wir mal, Hoffnungslosigkeit, welche
    für ein „Wachwerden“ sorgen kann …

    Hirn und (plus) Herz sind halt das genaue „Gegenstück“ zu den Kräften, die da meinen,
    die Oberhand gewinnen zu können …

    … und sie glauben, daß man das Gute zwingen kann,
    und erreichen viele, die das dann auch glauben,
    um in „ihrem“ Sinne zu tun.

    Wer lesen kann, der weiß
    muß nicht glauben, sondern kann im Vertrauen wachsen.

    Alles Liebe,
    Raffa.

    Gefällt 1 Person

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