Kein Text über Liebe

Schwere Gleichung

Die Wahrheit ist wie ein Atom.

Sie ist nicht weiter aufzuspalten.

Nicht weiter teilbar.

Kompromisslos, radikal und unumstößlich.

Nur teilbar durch sich selbst.

Wie eine Primzahl.

Ich teile mein Vermissen durch sich selbst und erhalte

noch mehr Fragezeichen.

Wenn Primzahlen nur durch sich selbst und eins

teilbar sind, was sind wir denn dann?

Und warum streichen wir nicht diese Unbekannte „Angst“

und ersetzen

diese durch „Hoffnung“?

Warum tauschen wir Stummsein nur durch Schweigen aus?

Warum teilt sich mein Gedanken-Salat seit jeher so konsequent durch

sich selbst?

Warum verstehe ich diese Rechnung nicht, hab sie noch nie kapiert.

2X4=3, oder?

Ich + Du = Chaos.

Du bist meine schwerste Gleichung.

Meine größte Prüfung.

Und ich falle schon wieder durch…

Aber du weißt ja: In Mathematik war ich schon immer eine Null.

Seelentexte

Nach Hause

Lass mich nach Hause kommen, 
da, wo ich geborgen bin. 
Lass mich zurückkommen,
dahin, wo ich willkommen bin. 
Lass mich zurückkommen, in das Land meiner Seele. 
Lass mich finden den Weg aus meiner Einsamkeit, 
zurück in Liebe und Lebendigkeit. 
Lass mich. 
Finden. 
Das, was ich selbst bin und lass mich erinnern, 
in dunklen Zeiten, 
wer ich bin.
Lass mich ruhen in den Händen des Friedens.
Lass mich ausruhen von Hast und Jagd. 
Lass mich fließen wie das Wasser, 
weich und stark durch die Zeiten. 
Und anhalten an den Ufern und mich nähren, 
an der Weite der Wiesen und Bäume. 
Lass mich. 
Zurückfinden. 
In Mutter Erdes Schoß. 
Da, wo mein Ursprung und da, wo ich zu Hause bin.  

Sultanine auf Telegram

Kein Text über Liebe

Stolpern

Immer wenn ich dich sehe, stolpert mein Herz. In diesem einen, unwiederbringlichen Takt, setzt es aus. Denn er diktiert mich noch. Dieser Takt. Dieser Takt, zu dem unsere Herzen tanzten, all die Zeit. Ich kann ihn noch hören, leise pulsiert er im Hintergrund. Jeden Tag.

Frei und leicht und schön und unbeschwert.

Leichtfüßig trippelten die Füße damals übers Parkett, über Wiesen oder Kies. Fest war der Halt und sicher waren wir.

Und dann kam ich auf einmal völlig raus. Erinnere mich nur noch so vage unserer alten Melodie und trampele dir unsaft auf die Füße.

„Pass doch auf!“ sagte ich und „warum kannst du nicht besser führen?“, schimpfte ich.

„Los komm jetzt!“, forderte ich, und „Nein so geht das nicht!“ wütete ich.

Denn ich hatte Angst. Angst, dass ich falle, stolpere und unter mir die Leere ist. Und so forderte ich „Halt mich doch, schlaf doch nicht ein!“

Und du?

Du gingst einfach weg, verliessest das Parkett, beendetest den Tanz, nahmst all den Glanz, all das Gute und die Musik mit dir aus dem Tanz-Saal und gingst fort.

Seitdem stolpere ich durch mein Leben. Mal schlecht mal recht und erst recht – und vor allen Dingen –  gerade dann, wenn deine Augen meine treffen, und ich dir unter diese trete. Dann stolpert nicht nur mein Herz, dann wanken meine Füße und suchen den Boden, den ich lange Zeit nicht gefunden habe.

Ich frage mich, ob wir ihn jemals beherrschen, so ganz ohne Angst vertrauen. Dass ich mitgehe, mich führen lasse und du mich führst. Du da bist. Du keine Angst vor deiner eigenen Stärke und Courage und ich keine Angst vor der Ungewissheit habe … Und immer dann, wenn da dieser Auftakt, dieser feine subtile Wechsel in Melodie und Rhythmus uns herausfordert blind zu fliegen, blind zu tanzen, dieser kleine Moment der Schwebe und Ungewissheit, dann schaffen wir es vielleicht irgendwann nicht mehr ins Leere zu greifen oder auf Füße zu trampeln. Dann hören wir vielleicht einmal nicht auf zu vertrauen.  Und beenden das, was wir vor langer Zeit begonnen und wofür wir uns getroffen haben.

Dann latsche ich dir nicht voller Angst ungeschickt auf die Schuhe oder greife wild nach dir in Panik, sondern warte einfach ab, bis du die Bewegung wieder aufnimmst. Und du wirst nicht gehen, sondern einfach bleiben. Hältst einfach aus, dass ich unsicher bin. Und nimmst ihn wieder auf, den Tanz des Ungewissen. Und so bleiben wir in Stille über all die ungetanzten Lieder dieser Zeit und warten ab, bis wir uns wieder trauen. Ganz treu, so wie immer, und das gilt, was schon immer galt zwischen uns. Es ist das, was nach Vollendung einer würdigen Liebe strebt, auf dem Tanz-Parkett ist es die Kür.

Dass du da bist und mich fängst.

Und ich mich endlich fangen lasse. Von dir.

Kein Text über Liebe

Bald wird es dramatisch …

denn bald erscheint der nächste Band der Reihe „EinzigHEARTig unARTig“ Es geht um nichts Geringeres, als um DIE LIEBE. Es wird hoch dramatisch,  es wird sehnsüchtig und es wird hoch-leidenschaftlich. Sultanine dreht auch hier wieder voll auf, gibt wieder richtig Gas auf dem Gefühls-Barometer und gibt alles hinein:

Sultanine schreibt … KEIN TEXT ÜBER LIEBE – Über Liebe und andere Grausamkeiten 

So wird er heißen, der zweite Band der Literatur- und Poesie-Reihe von Sultanine.

Manchmal wird es sich anfühlen, wie ein wahrer Blut-Strom, der über die Buchstaben zum Leser fließt, aber so ist Sultanine. Einfach voller Emotion und voller Liebe, für lebendiges Fühlen und Lieben und all das: Alle Abgründe, alle Höhen und alle Tiefen, alle Dramen und alles Wohl und Wehe vom leidvollen Spiel der Liebe, das hat sie nun in ein Büchlein verpackt. Nichts für schwache Nerven, denn das was hier zusammen gesammelt wurde, auch wieder aus zehn Jahren Entwicklung, geht tief.

Tief an die Substanz und tief an die Nerven. So kreiere ich als Sultanine wieder mal meine eigene Therapie-Couch, gemalt und gemacht aus Buchstaben. Lass dich ein, auf eine Achterbahn der Gefühle, ohne Anschall-Gurt und doppelten Boden und erfahre, was dich auf dem Grund der Text erwartet:

Wieder einmal nichts Geringeres, als dich selbst und deine eigene Gefühlswelt, die sich in den Texten spiegelt.

Es ist der kreative Weg zu sich selbst, ein Experiment, dass wie eine Eigen-Therapie anmutet. Etwas ganz Neues. Und deshalb so lesenswert. Hier schreibt und fühlt sie sich frei, nackt bis auf die Haut, bis auf die Seele, bis nichts mehr übrig ist von dem was mal Leiden war, um zu erkennen: Schreiben ist ein kreativer Weg der Transformation der Innenwelt. Und in diesen Prozess der Transformation, nehme ich dich mit.

Bleibt also gespannt.

Und vor allem einzig, niemals artig 😉

Sultanine

#therapeutischesschreiben

Kein Text über Liebe

Die geliebte Unsichtbare

Es hat mich einmal gegeben.

Irgendwann. In deinem Leben.

Davon erzählt dir dein Herz jeden Tag.

Dass da mal was Warmes war.

Was Echtes, Nahes.

Unverwechselbares.

Doch du blicktest durch mich hindurch.

Wie durch Glas.

Jahrelang versuchte ich dir zu zeigen,

wer ich bin.

Was ich fühle. Was ich brauche.

Von dir.

Doch du blicktest stumm,

einfach nur, um mich herum.

Durch mich hindurch.

Und sahst mich nicht.

Unsichtbar war ich für dich.

Bis ich fort war. Und es plötzlich auffiel.

Dass da was fehlt. Unwiederbringlich.

Weg ist.

Und du begannst mich zu suchen überall.

Fragtest Bäume, Seen und den Wind.

Doch sie wussten keine Antwort.

Sie fragten bloß nach meinem Aussehen.

Dann schlugst du die Hände nieder.

Denn dir fiel auf, dass du das gar nicht weißt.

Du hattest mich ja niemals wirklich gesehen.

Niemals wirklich angeschaut.

Du weißt nur, wie es sich anfühlt mit mir zu sein.

Und dieses Gefühl bleibt.

Dass da einmal etwas Großes war.

Und dass du es nie wirklich gegriffen hast.

Wahrgenommen hast.

Und so werde ich wohl auf jeher deine geliebte Unsichtbare bleiben.

Von der du niemals weißt wer sie wirklich ist.

Sondern nur,

wie warm sie küsst.

Kein Text über Liebe

Mein wundester Punkt

Und glaube nicht,

Ich hätte keine Angst.

Mir ist schlecht,

Alles dreht sich, und es fühlt sich zum Kotzen an.

Ich habe Angst davor,

Dir gegenüber zu treten.

Und mich zu stellen.

Ich habe Angst,

Dir ins Gesicht zu sehen.

Geradewegs in deine Augen.

Dich anzusehen, ganz direkt.

Und unter dir zu Staub zu zerfallen.

Dein Anblick, deine Stimme?

Das überlebe ich nicht…

Denn das was du siehst,

Sieht niemand.

Niemand außer dir.

Vor dir,

Bin ich nackt.

Schutzlos.

Meinen Ängsten,

Meinen Befürchtungen,

Meinen Wünschen.

Ausgeliefert.

Was du machst,

macht niemand mit mir.

Du machst mich weich.

Du machst mich so dermaßen fertig.

Bringst mich an den Rand.

Denn niemand kennt mich, so wie du.

Niemand weiß, was es bedeutet,

Wenn ich ausweiche.

Herum – eiere

Mich drücke

Vor dieser einen Wahrheit…

Die Wahrheit ist:

Du fehlst.

Aber ich habe nicht den Mut dazu,

nicht die Courage,

es dir zu sagen.

Deshalb schreib ich es.

Banal auf Papier.

Du fehlst jeden Tag.

Und ich habe solche Angst davor,

dir sei das gleich.

Ich sei egal.

Spiele keine Rolle.

Und hätte keinen Platz mehr in deinem Leben.

Deshalb sage ich nichts.

Oder ich schwimme herum.

Erzähl was, von irgendwie, irgendwann …

Von irgendeinem Bla.

Lenke mich ab, so gut es eben geht.

Sage mir, dass es schon ok so ist.

Dass es ok ist feige zu sein.

Sich zu drücken.

Einer Möglichkeit den Rücken zu kehren.

Und so warte ich ab.

Bis diese Angst verschwindet.

Oder meine Feigheit.

Oder meine Befürchtungen…

Ich warte einfach ab,

bis du nicht mehr das

bist, was du bist.

Mein wundester Punkt.

Das bist du.

Punkt.

[BUCHSTABENLIEBE]❤️

Be brave

Halte nichts zurück, gehe voll rein in dieses Spiel des Lebens! Verschenk und gib alles was du hast, gib dich ganz, zeige dich ganz, lass dich voll und leer lieben und dann verstehen wir erst: es gibt nichts wovor wir uns fürchten müssten. Das einzige was ängstigt ist oft die Courage vor uns selbst. Uns selbst einzugestehen was und wer wir sind, wie wir fühlen und was wir wollen.

Wir taktieren und manipulieren herum, verarschen uns laufend selbst, meinen alles im Griff zu haben und wohl überlegt zu sein. Einen scheiss sind wir.
Wir sind meistens auf der Flucht vor dem Gefühl ungeliebt zu sein. Deshalb sprechen wir nicht klar, bekennen uns nicht klar zu JA oder NEIN. Wenn wir aber in uns gehen und ganz ehrlich mal die Hosen runter lassen vor uns selbst, dann dämmert es:

Dass wir schiss haben. Vor den Reaktionen der anderen. Dass wir uns davor verstecken. Wir wollen mit dieser Angst nichts zu tun haben aber sie ist da. Und so schlummert sie im tiefen Keller unserer Selbst und wir unternehmen allerlei Turnübungen, um sie bloß nicht zu wecken! Was ist, wenn wir aber mutig darauf zugehen und uns stellen.
Indem wir sagen was ist. Indem wir das in die Sprache bringen was uns bedrückt und umtreibt.
Dann holen wir uns selbst in dieser Angst ab, sperren sie nicht weg, sondern gehen proaktiv mit ihr um. Und dann kann sie leben und atmen und hört auf uns do leidlich vor sich herzutreiben. Wir sind keine elendige Marionette mehr sondern ermächtigen uns unserer selbst.

Wann warst du das letzte Mal wirklich radikal ehrlich mit dir? Wann hast du das letzte mal alles riskiert?

Deine Sultanine ❣️